Es ist super spannend, dass dieses Jahr am 24. Dezember Vollmond ist. Perfekter geht’s doch gar nicht. Denn in der Nacht vom 24. auf den 25. beginnt die Zeit der Raunächte. Die zwölf Nächte, in denen wir das alte Jahr loslassen und uns auf das neue vorbereiten.
Die Raunächte haben ihren Ursprung weit zurück. Ein Mondjahr hat 354 Tage, ein Sonnenjahr 365. Die elf Tage und zwölf Nächte, die dazwischen liegen, galten als Zeit außerhalb der Zeit. Daher kommt auch die Redewendung „zwischen den Jahren“.
Für den Namen gibt es zwei Erklärungen. Die eine führt zum Rauch, denn in diesen Nächten wurden Haus und Stall mit Kräutern ausgeräuchert. Die andere führt zum mittelhochdeutschen Wort „rûch“ für haarig, also zu den pelzigen Gestalten, die der Sage nach in diesen Nächten unterwegs waren, allen voran die Wilde Jagd.
Es hieß, in diesen Nächten sei die Grenze zur Anderswelt besonders durchlässig. Deshalb gab es viele Regeln: Man hängte keine Wäsche auf und spann nicht. Und man achtete auf seine Träume, denn sie sollten zeigen, was das neue Jahr bringt.
Es ist die Zeit, in der gefühlt die Welt stillsteht und schier darauf wartet, mit einem Ritual beachtet zu werden. Tage, die sich zeitlos anfühlen, wie die Anderswelt.
Jede Nacht steht für einen Monat, und in jeder Nacht schaust du auf einen bestimmten Aspekt. Die erste Raunacht, vom 24. auf den 25. Dezember, steht für den Januar, für Wurzeln und Familie.
Es geht nicht darum zu schauen: „Was habe ich am 16. Januar gemacht, was davon war gut, was nicht?“ Es geht um dein Gefühlsleben und um die Menschen in deinem Leben. Womit willst du in Verbindung bleiben und womit nicht? Du spürst in den Monat hinein, wie er war, was davon überflüssig oder unerwünscht war, und lässt es los. Dann richtest du dich neu aus und legst fest, wie dein nächstes Jahr sein soll.
Wichtig sind auch die Träume, die dich in diesen Nächten besuchen. Sie können dir Hinweise geben auf das, was für dich wichtig ist. Dabei musst du dir den Traum selbst nicht merken, denn Träume sind nach dem Aufstehen oft wie wegradiert. Wichtiger ist das Gefühl, das der Traum in dir hinterlässt.
Mit dem Vollmond am 24. Dezember startet die Zeit des abnehmenden Mondes, und der abnehmende Mond steht für das Loslassen. Am 7. Januar, kurz nach den Raunächten, ist Neumond. Das ist die Zeit, in der man sät, damit sich Neues entwickeln kann. Dieses Jahr (2026/27) liegen die Raunächte genau zwischen diesen beiden Polen.
Für mich ist das ein wunderbares Ritual: sich in der Zeit zwischen den Jahren zurückzuziehen, das Jahr Revue passieren zu lassen und die Essenz fürs nächste Jahr herauszuziehen. Du beschäftigst dich mit dir selbst und mit der Art, wie du die Welt betrachtest. Und dann bist du gewappnet für das kommende Jahr. Egal, was kommt: Du weißt, dass du es mit all seinen Herausforderungen und all seinen schönen Seiten erleben kannst.
Tage, die sich zeitlos anfühlen, wie die Anderswelt.
Wie jedes Jahr treffen wir uns zum Raunächte-Zeichnen. Dieses Jahr habe ich mit meiner Freundin Thea Deyhle etwas Ungewöhnliches ausgeheckt. Wir haben uns überlegt, wie wir in den Raunächten noch näher zu uns kommen können. Und was eignet sich besser dafür, als sich mit einer Erzählung in die Anderswelt entführen zu lassen? In Märchen ist die Anderswelt zu Hause.
Thea ist Märchen- und Geschichtenerzählerin und Kräuterfrau. Theas unermesslichen Geschichtenschatz und meine neurokreative Arbeit haben wir miteinander verbunden. Für jede Raunacht haben wir eine Geschichte gewählt, die zum Thema der Nacht passt.
Thea beginnt unser Treffen mit einer ausgewählten Erzählung und entführt dich in das Thema der Nacht. Du lässt dich in die Geschichte fallen und spürst nach: Was berührt dich darin? Das ist dein Thema für dein Bild. Im Anschluss führe ich dich durch die Zeichnung, und wir tauchen ein in eine Anderswelt aus Linien und Farben. Dafür musst du nicht zeichnen können. Das Loslassen geschieht schon beim Zeichnen, und am Ende hältst du fest, was sein darf.
So entstehen zwölf Bilder, und am 13. Tag das komplette Jahr in einem Bild. Zum Schluss hast du einen Kalender samt Deckblatt in den Händen, den du selbst geschaffen hast und der dich inspiriert. Stell deine Bilder in einen Bilderrahmen, den aktuellen Monat immer vorne, und wechsle im nächsten Monat. Wenn du deine Bilder anschaust, bist du wieder in diesem Gefühl, bei dem, was du dir für dein nächstes Jahr wünschst. Deine Bilder halten deine Intention fest. Es sind nicht einfach nur schöne Bilder. Es geht tiefer.
Eine Teilnehmerin steckte ihre Raunachtbilder in die Schublade. Eines Tages fand sie die Zeichnungen beim Aufräumen wieder und schaute sich die Monate im Rückblick an. Sie war perplex: Was sie sich an Gefühlen gewünscht und gezeichnet hatte, war in diesem Jahr genau so passiert. Mit ihren Bildern hatte sie ihr Jahr manifestiert.
Und weil das Räuchern seit jeher zu den Raunächten gehört, hat Thea eine Räuchermischung aus heimischen Kräutern zusammengestellt. Wenn du die Raunächte in dieser Art mit uns erleben magst, kannst du sie bei der Anmeldung gleich mitbestellen.
Spricht dich das an? Dann schau dir hier das komplette Programm an: Märchenhafte, kreative Raunächte.
Herzlichst Sabine
Sabine M. Paul, Strategin für Innere Souveränität. Ich arbeite mit Frauen, die nach außen gut funktionieren und innen etwas anderes spüren. Mehr über mich →
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